Über Altholz Bodner
- Unternehmen
- Altholz Bodner
- Branche
- Handwerks- und Handelsbetrieb
- Standort
- Sachsenburg, Oberkärnten, Österreich
Projektsteckbrief
- PV-Anlage
- 75 kW
- Jährliche Stromproduktion
- ca. 60.000 kWh
- Jährlicher Überschuss
- ca. 50.000 kWh
- Einspeisevergütung 2025
- ca. 1,5 ct/kWh (effektiv)
- Herausforderung
- Netzlimitierung, geringe Einspeisevergütung
- HASHLYNK-System
- HashRack im Container, bis zu 25 kW Gesamtleistung
- Status
- in Betrieb seit März 2026
- Bitcoin-Strategie
- Halten auf Hardware Wallet
Warum sich Einspeisen für Altholz Bodner nicht mehr rechnete
Von rund 60.000 kWh Solarstrom pro Jahr braucht der Betrieb selbst nur einen kleinen Teil. Der Rest musste ins Netz, das wegen der Netzlimitierung aber nicht alles aufnehmen konnte. Und was eingespeist wurde, brachte kaum Ertrag.
Damit hing der Nutzen der PV-Anlage an zwei Faktoren, auf die Altholz Bodner keinen Einfluss hat: an der Netzkapazität und an der Höhe der Einspeisevergütung. Altholz Bodner wollte den Überschuss deshalb direkt am Standort verwerten, unabhängig von Netz und Einspeisetarif und ohne zusätzlichen Aufwand im laufenden Betrieb.
Ein HashRack, das sich nach dem Überschuss richtet
Am Anfang stand eine Standortanalyse durch HASHLYNK: Wie oft und wie lange fällt am Standort tatsächlich Überschuss an? Auf dieser Basis wurde ein HashRack ausgelegt, das seine Leistung laufend an den verfügbaren Solarstrom anpasst.
Grundlage dafür waren Lastgang, Überschussprofil und die Abläufe im Betrieb. Die installierte PV-Leistung allein sagt nämlich wenig darüber aus, wie viel Strom sich wirklich verwerten lässt. Für Altholz Bodner ergibt die Auslegung rund 38.000 kWh pro Jahr, also rund 76 % des Überschusses. Rechnerisch läuft das System damit rund 1.800 Stunden im Jahr mit voller Leistung.
Welche Möglichkeiten es grundsätzlich gibt, Überschussstrom zu nutzen, und wie aus dem Strom Ertrag wird, erklären wir im Wissenshub.
Warum nicht 100 % des Überschusses?
Ein größeres System wäre technisch möglich gewesen. Die letzten Prozent Überschuss fallen aber nur an wenigen Stunden im Jahr an. Zusätzliche Geräte dafür wären kaum ausgelastet und würden sich langsamer amortisieren. Deshalb ist das System auf schnelle Amortisation im Rahmen des Budgets ausgelegt. Die restlichen rund 24 % werden, soweit möglich, weiter eingespeist und bleiben Reserve für eine spätere Erweiterung.
Was sich für Altholz Bodner verändert hat
Statt den Überschuss wegen der Netzlimitierung nur teilweise und für rund 1,5 ct/kWh einspeisen zu können, ist das HashRack darauf ausgelegt, rund 76 % davon vor Ort zu verwerten. Für das Gesamtsystem wird eine Amortisation in rund 3 Jahren erwartet.
| Davor | Mit HashRack | |
|---|---|---|
| Verwertung des Überschusses | nur Einspeisung, durch Netzlimitierung eingeschränkt | rund 38.000 kWh pro Jahr zur Verwertung vor Ort eingeplant |
| Ertrag aus dem Überschuss | rund 1,5 ct/kWh Einspeisevergütung | im Schnitt rund 0,059 BTC pro Jahr (modelliert, über 4 Jahre) |
| PV-Erweiterung | wirtschaftlich nicht sinnvoll | wieder wirtschaftlich sinnvoll |
In den Medien: Auch die Kleine Zeitung hat über das Projekt berichtet: „Überschussstrom wird hier zu Bitcoin verwertet“ (15. April 2026).
Good to know: Seit der Inbetriebnahme im März 2026 brachte der Überschuss in jedem Monat rund 5-mal so viel wie im jeweiligen Vorjahresmonat mit Einspeisung (Stand: Oktober 2026). Eine volle Jahresbilanz ergänzen wir nach dem ersten Betriebsjahr.
„Wir hatten viel Strom, der sonst ins Netz gegangen wäre. Jetzt können wir ihn wirtschaftlich nutzen.“
Haltestrategie statt Sofortverkauf
Altholz Bodner sammelt die erwirtschafteten Bitcoin auf einer Hardware Wallet und verkauft sie nicht sofort. Damit beeinflusst auch der Verkaufszeitpunkt, wie wirtschaftlich das Projekt am Ende ist.
Die Monetarisierung endet also nicht beim Mining, sondern setzt sich in der Verkaufsstrategie fort. Für die Wirtschaftlichkeit zählt deshalb nicht nur, wie viele kWh verwertet werden. Entscheidend ist der gesamte Weg vom Überschussstrom über die Rechenleistung bis zum realisierten Wert.
Ausblick: Abwärme für die Holztrocknung nutzen
Am Standort ist bereits angedacht, die Abwärme des HashRacks künftig für die Holztrocknung zu nutzen. So würde aus dem Überschussstrom ein doppelter Nutzen: Erträge aus der Rechenleistung und Wärme zum Trocknen des Holzes.
Für Betriebe mit passendem Prozessumfeld ist das ein entscheidender Punkt. Es geht dann nicht mehr nur darum, PV-Überschuss besser zu verwerten, sondern Strom und Wärme gemeinsam in einen Standortvorteil zu übersetzen.
Passt diese Lösung auch für deinen Betrieb?
Ein System von HASHLYNK ist besonders interessant, wenn
- deine Erzeugungsanlage regelmäßig deutlich mehr Strom erzeugt, als dein Betrieb verbraucht,
- die Einspeisevergütung niedrig ist oder das Netz die Einspeisung begrenzt,
- du deine Anlage erweitern möchtest, sich mehr Einspeisung aber nicht rechnet,
- du Abwärme sinnvoll nutzen könntest, etwa zum Trocknen oder Heizen.
Ob das auf deinen Standort zutrifft, zeigt eine Standortanalyse.
Das System in der Praxis sehen: Wer sich ein solches Projekt vor Ort ansehen möchte, kann den Standort von Altholz Bodner nach Absprache besichtigen. Ein reales System im laufenden Betrieb sagt oft mehr als technische Daten und Wirtschaftlichkeitsmodelle.
Fazit: Überschussstrom braucht einen besseren Verwertungsweg
Das Referenzprojekt von Altholz Bodner zeigt: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Strom eine PV-Anlage produziert, sondern wie viel davon unter realen Bedingungen sinnvoll verwertet werden kann.
Bei Altholz Bodner waren dafür vier Dinge ausschlaggebend: ein hoher jährlicher Überschuss, eine begrenzte Einspeisemöglichkeit, eine auf schnelle Amortisation optimierte Auslegung und die Möglichkeit, den Standort später weiterzuentwickeln. Überschussstrom ist damit nicht mehr nur eine Einspeisemenge, sondern ein Wertpfad, den man gestalten kann.



